"Die Ausbildung bedeutet für mich Zukunft!"

Ausbildungsvertrag nach Azubi-Speed-Dating

Karam Koach bei der
Vertragsunterzeichnung

"Ich habe fast 50 Bewerbungen geschrieben und nur Absagen bekommen. Trotzdem habe ich mir gedacht: Ich gebe nicht auf - ich mach weiter und weiter!". Es war nicht leicht für Karam Kaoch seinen Optimismus und seine Zielstrebigkeit immer beizubehalten, aber es hat sich gelohnt. Bei dem Azubi-Speed-Dating, das die KWB für Geflüchtete beim Autohaus Hugo Pfohe organisiert hat, machte der gebürtige Syrer auf sich aufmerksam. In dem folgenden Test und Praktikum überzeugte er schließlich und erhielt einen Ausbildungsvertrag zum Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker. Hülya Eralp, die ihn im Bewerbungsprozess gecoacht und begleitet hat, freut sich über die erfolgreiche Vermittlung: "Karam Koach ist ein engagierter und begabter junger Mann. Für ihn und für das Unternehmen wird die Zusammenarbeit ein Gewinn sein."

 

 

"Geflüchtete Bewerberinnen und Bewerber fallen bei einem schriftlichen Bewerbungsverfahren häufig durch, weil sie bestimmte Formalien nicht erfüllen. Beim Azubi-Speed-Dating bekommen sie die Chance, durch Persönlichkeit und Motivation aufzufallen. Und das sind schließlich die wichtigsten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ausbildung", erklärt Hülya Eralp. Seit mehreren Jahren stellt sie Unternehmen im Rahmen von Speed-Datings passende Kandidaten/-innen für ihre Ausbildungsstellen vor.

 

Peter Reeßing achtet auf
einen offenen und freund-
lichen Umgang im Team.

Peter Reeßing, Werkstattmeister Karosserie in der Hugo Pfohe Zentrale in Hamburg, teilt diese Einschätzung. "Für uns ist am Wichtigsten, dass die Motivation vorhanden ist. Sonst muss man gar nicht erst mit einer Ausbildung anfangen", so Reeßing. "Beim Speed-Dating hat man schon gleich gemerkt, wie bemüht diese jungen Leute sind, einen Ausbildungsplatz zu bekommen." Das Autohaus Pfohe bekommt viele Bewerbungen. Reeßig sagt, das Tal fürs Handwerk sei bei ihnen über-wunden – sie könnten sich ihre Azubis aussuchen. "Bei der Auswahl spielt die Herkunft bei uns keine Rolle. Wir haben hier alle Nationalitäten. Wenn man zusammenarbeitet, dann achtet man auch ein bisschen aufeinander und das geht ja nicht nur mit Sprache", erklärt er.


Karam Kaoch spricht langsam und bedächtig, aber er hat keine Verständigungsprobleme. Seit er 2015 nach Deutschland gekommen ist, hat er in Sprach- und Integrationskursen immer besser Deutsch gelernt. Den Bewerbungsprozess hat er trotzdem als Herausforderung empfunden. "Hier läuft das alles ganz anders als in meiner Heimat. Das Schreiben von langen Bewerbungen und die Formalitäten. Dabei hat mir Frau Eralp sehr geholfen. Sie hat mich auch auf den Einstellungstest vorbereitet", berichtet er.

 

Hülya Eralp freut sich für Karam Koach über die
erfolgreiche Vermittlung.

Auch Peter Reeßing weiß die Vorarbeit zu schätzen: "Das Speed-Dating war super vorbereitet und die Jugendlichen waren schon gut über das Unternehmen informiert", berichtet er. Die Entscheidung für Karam Koach hat sich bei einem vierwöchigen Praktikum bestätigt. Koach erzählt: "Ich war gründlich und handwerklich geschickt. Damit konnte ich überzeugen." Auch Reeßing war mit dem Praktikumsverlauf sehr zufrieden: "Er war bemüht und engagiert. Das zählt für uns!"


Besonderen Herausforderungen bei der Integration von Geflüchteten in den Betrieb sieht Reeßing nicht. "Wir haben einen sehr offenen Umgang mit unseren Mitarbeitern. Wenn wir merken, irgendwas könnte eventuell nicht stimmen, dann versuchen wir ins Gespräch zu kommen", so der Werkstattmeister Karosserie. "Wir sagen unseren Auszubildenden von vornhinein: ‚Wenn irgendwas ist, dann sprecht mich an. Wir finden gemeinsam eine Lösung.‘"

 

V. l.: Judith Schmidt, Assistenz Betriebsleitung,
Karam Koach, zukünftiger Auszubildender,
Peter Reeßing, Werkstattmeister Karosserie,
und Hülya Eralp, KWB-Referentin.

Von diesem freundlichen Umgang miteinander war auch Koach beeindruckt: "Die Kollegen waren während des Praktikums alle richtig nett zu mir. Die Arbeitsatmosphäre war wirklich gut." Er freut sich, im August mit der Ausbildung zu starten. "Die Ausbildung bedeutet Zukunft für mich. Ich werde einen Beruf haben und gut leben können", sagt er glücklich.


Auf die Frage, was Karam Kaoch anderen Geflüchteten raten würde, antwortet er: "Man muss zuerst Deutsch lernen! Danach ist alles möglich. Man muss optimistisch bleiben und nicht aufgeben!"

 

 

 

 

 

 

Fotos: © KWB

 




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Das Projekt "Fachkräftesicherung bei kleinen und mittleren Unternehmen" wird von der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration der Freien und Hansestadt Hamburg im Rahmen des Aktionsbündnisses für Bildung und Beschäftigung Hamburg – Hamburger Fachkräftenetzwerk finanziert.

 

 

 

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