Digital, agil, individuell – 8 Tipps für New Learning im Unternehmen

 Digital, agil, individuell – 8 Tipps für New Learning im Unternehmen
"New Learning" will gelernt sein. Sylke Jehna hat acht Tipps zusammengestellt. Bild: © York Christoph Riccius/www.yorkchristophriccius.de

Die Coronapandemie wirkte als Treiber für digitales Lernen und initiierte in Unternehmen einen Schwenk von analogen zu digitalen sowie hybriden Lernformaten. Sylke Jehna ist Expertin für "Neues Lernen" und leitet das Forum "New Work" im Demographie Netzwerk Hamburg (ddn Hamburg). Sie hat acht Tipps zusammengestellt, wie die Einführung von "New Learning" im Unternehmen gelingt.

1.     Eine Lernkultur etablieren

Lernen im Unternehmen funktioniert am besten in einer Kultur, die auf Offenheit und Vertrauen basiert. Sie sollte einen hohen Stellenwert besitzen und von der Geschäftsleitung und den Führungskräften unterstützt werden, die als Vorbilder vorangehen. Sie bilden sich stetig weiter, zeigen sich lernend, nehmen an Workshops teil, bieten Lernimpulse an und stellen neue Technologien vor. Führungskräfte leben vor, dass es eine "Lust ist zu lernen". Dabei sind Fehler zulässig und sogar erwünscht, denn (auch) daraus lernen wir.

2.    Lernen braucht Strategie

Das Unternehmen braucht eine Personal- und Lernstrategie, aus der die Lernbedarfe abgeleitet werden. Lernen muss, damit es Unterstützung im Unternehmen erfährt, strategisch untermauert werden. Ziel ist es, zu einer lernenden Organisation zu werden, die einen Rahmen schafft, der es jeder und jedem Mitarbeitenden ermöglicht, einen Beitrag zu leisten.

3.     Geteiltes Wissen ist doppeltes Wissen

Silodenken und Wissen für sich behalten sind out. Es gilt, die Schwarmintelligenz zu nutzen und vom Know-how der anderen, auch abteilungsübergreifend, zu profitieren, anstatt das Rad immer wieder neu zu erfinden. Wichtig ist es, die individuelle Wissensaneignung mit dem Austausch in einer Community zu kombinieren. Mitarbeitende setzen ihr Know-how zum Wohl des Unternehmens ein, lernen von anderen, unterstützen sich gegenseitig und entwickeln sich gemeinsam weiter. Dabei helfen dialogorientierte Formate wie Mentoring oder Barcamps zum Wissenstransfer.

4.    HR wird zum Treiber von New Learning

Die Rolle von HR (Personalabteilung bzw. Personalentwicklung) ändert sich grundlegend. HR kann jetzt vom Verwalter zum Gestalter und zum Treiber des neuen Lernens und des Lernmanagements werden. Als Lerncoach, Begleiter und Moderator unterstützt HR die Mitarbeitenden, die sich durch die Vielfalt an Möglichkeiten digitaler Angebote oft überfordert fühlen. Personaler/-innen ermutigen dazu, Selbstverantwortung zu übernehmen, sich eigene (Lern-)Ziele zu setzen und das Lernen selbst zu organisieren. Die HR-Abteilung hat jetzt die Chance, sich als strategischer Business Partner im Unternehmen zu etablieren.

5.     Lernbegleitung ist notwendig

"A fool with a tool is still a fool." Diese Erkenntnis zeigte sich Anfang der 2000er Jahre bei der Einführung von E-Learning sowie etwas später beim Einsatz von Lern-Management-Systemen (LMS). Inzwischen wissen wir: Lernen, insbesondere digitales Lernen, muss begleitet werden, damit die Menschen dranbleiben. Das kann durch Kollegen/-innen, Peergroups, Personalentwicklung oder durch externe Coaches geleistet werden.

6.    Technik gezielt einsetzen

Damit die Technik nicht zur Hürde wird und den Lernerfolg gefährdet, sollten einfach zu bedienende Tools mit hoher Stabilität gewählt werden. Das gilt beispielsweise bei der Wahl der Plattform für Webinare und Videokonferenzen. Beim Umgang mit der Technik helfen moderierte Live-online-Workshops, in denen die Lernenden quasi nebenbei digitale Kompetenzen erwerben. Dabei gilt: Nicht zu viel Technik auf einmal einbinden und die Tools gezielt dort einsetzen, wo sie einen Mehrwert und Abwechslung oder Aktivierung bieten. Mit Funktionen von Videokonferenz-Systemen wie Chat, Whiteboard und Breakout Sessions (Gruppenräume) lässt sich schon viel gestalten.

7.    Angebote agil entwickeln

Symbolbild: Agiles Lernen
Neues Lernen heißt agiles Lernen. Bild: @ Freepik/katemangostar

Neues Lernen heißt agiles Lernen. Damit die Angebote wirklich zu den Lernenden passen, muss das vorhandene Wissen so aufbereitet werden, dass der Transfer in den Arbeitsalltag gelingt. Hier hilft ein agiler Ansatz: Fragen Sie die Bedürfnisse der Lernenden ab, ermöglichen Sie den Erfahrungsaustausch, laden Sie zu Experimenten ein. Und lernen Sie daraus: Was hat gut funktioniert? Was konnte umgesetzt werden? Was muss noch gelernt werden? Nachdem der Bedarf ermittelt ist, können passgenaue Angebote für die jeweilige Lerngruppe entwickelt werden, die aus kleinen Einheiten mit eingebauten Praxiseinheiten bestehen. Hilfreich ist es, ein Kompetenzmodell hinzuzuziehen.

8.    Lernen in den Berufsalltag integrieren

Lernen muss näher an den Arbeitsplatz rücken, damit es nachhaltig wirkt. Die Lernenden benötigen Unterstützung durch Arbeitgeber und Vorgesetzte, die ihnen Zeit und Lernräume zur Verfügung stellen. Hierfür sollten unternehmensspezifische Lösungen gefunden werden, beispielsweise ein 50/50-Modell, bei dem die Lernzeit zu gleichen Teilen in der Arbeits- und Freizeit stattfindet. Insbesondere unter Wissensarbeitern/-innen und in der IT-Branche ist es üblich, 20 Prozent Lernzeit pro Woche zur Verfügung zu stellen, in der individuell bestimmt gelernt werden darf. Lernen muss stärker im Team stattfinden, denn die Probleme der VUCA-Welt (volatility/Volatilität, uncertainty/Unsicherheit, complexity/Komplexität, ambiguity/Mehrdeutigkeit) können nur gemeinsam gelöst werden – durch cross-funktionales Denken und agile Methoden wie beispielsweise Design Thinking.

 

ddn-Arbeitskreis "New Work"

Wenn Sie mehr über die betriebliche Umsetzung von "New Learning" wissen und von den Erfahrungen anderer Unternehmen profitieren möchten, empfehlen wir Ihnen den Austausch im Forum "New Work" bei ddn Hamburg. Nächste Termine:

Digitales Lernen – arbeitsplatznah und in kleinen Häppchen
Mittwoch, 25. August 2021,
10:00 bis 11:30 Uhr
Kostenfreie Online-Veranstaltung via Zoom

Weitere Informationen zur Veranstaltung erhalten Sie hier.

Anmeldung

 

Playbook digitales Lernen  – Wie führe ich New Learning im Unternehmen ein?
Mittwoch, 3. November2021,
9:00 bis 10:30 Uhr

Kostenfreie Online-Veranstaltung via Zoom

Weitere Informationen zur Veranstaltung erhalten Sie hier.

Anmeldung
 

 

Hintergrund

Playbook Digitales Lernen
Sie erhalten das Playbook von der Autorin kostenfrei auf Anfrage. 

Sylke Jehna hat ihre umfangreichen Erfahrungen als HR-Beraterin, Personal- und Organisationsentwicklerin, Veränderungsbegleiterin und Agile Coach in dem "Playbook Digitales Lernen" zusammengefasst. Die acht Tipps sind ein Auszug daraus. Sie erhalten das Playbook kostenfrei auf Anfrage.

Kontakt:
Sylke Jehna
sylke.jehna@gmx.de
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    Fachkräfte für Hamburg      

                                        
Die Netzwerkstelle "Demographie Netzwerk Hamburg" wird im Rahmen des Projekts "Fachkräfte für Hamburg" von der Behörde für Arbeit, Gesundheit, Soziales, Familie und Integration der Freien und Hansestadt Hamburg finanziert und durch das Aktionsbündnis für Bildung und Beschäftigung Hamburg – Hamburger Fachkräftenetzwerk unterstützt.