Generationen-Management als Wettbewerbsvorteil

Symbolbild: Systematisches Generations-Management nimmt für Unternehmen an Bedeutung zu
Systematisches Generationen-Management gewinnt für Unternehmen an Bedeutung.
Foto: © Amy Hirschi/Unsplash

Rund ein Drittel der Beschäftigten in Deutschland ist 50 Jahre alt oder älter. Ein gutes Generationen-Management von Unternehmen wird immer wichtiger und wirkt sich positiv auf die Arbeitgebermarke, Mitarbeitermotivation und Produktivität aus. Wie sich Unternehmen bei dem Thema besser aufstellen und wie sich Mitarbeitende der Generation 50plus dabei einbringen können, vermittelt das Projekt "Kompass 50plus".

Generation 50plus im Fokus

Menschen ab 50 Jahren geraten immer mehr in den Fokus von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Kein Wunder, denn sie sind eine äußerst große und attraktive Zielgruppe als Konsumierende, Mitarbeitende, Wähler/-innen und gesellschaftlich Engagierte.

Dennoch belegt eine Studie des größten deutschen Marktforschungsinstitut GfK, dass sich die Generation 50plus von Wirtschaft und Politik nicht genügend wertgeschätzt fühlt und spricht von einem "großen Handlungsbedarf, um die Menschen jenseits der 50 mit ihren Bedürfnissen und Wünschen besser zu erreichen".

Potenzial der Generation 50plus in Unternehmen

Symbolbild: Mitarbeitende 50plus wünschen sich mehr Wertschätzung im Unternehmen.
Mitarbeitende 50plus wünschen sich mehr Wertschätzung im Unternehmen.
Foto: © Pashminu Mansukhani/Pixabay

Auch Unternehmen müssen Strategien entwickeln, um das Potenzial der Generation zu halten und weiter zu fördern. Angesichts des wachsenden Belegschaftsanteils haben die meisten Unternehmen den Handlungsbedarf bereits erkannt – nur mit der Umsetzung tun sich viele noch schwer. So erhalten Mitarbeitende der Altersgruppen 50plus weniger Weiterbildungsangebote und werden in ihrer Karriere nicht weiter gefördert. Dabei ist diese Generation durchaus bereit, Neues zu lernen und ihr Wissen an andere weiterzugeben – wenn man sie nur lässt und unterstützt.

Große Bedeutung des Generationen-Managements

Prof. Dr. Martin Klaffke, Direktor des HICM Hamburg Institute of Change Management, beschäftigt sich schon länger mit dem Thema "Generationen-Management". Er hält ein gelungenes Management von Mehrgenerationen-Belegschaften für die Antwort auf die sich abzeichnende demographische Entwicklung vor allem in Deutschland. Ziel von Generationen-Management sei es, den unterschiedlichen Mitarbeitenden jeglichen Alters in einem Unternehmen optimale Voraussetzungen für die Arbeit zu bieten und damit die Produktivität und Zufriedenheit der Mitarbeiter/-innen zu steigern.

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Ein gutes Generationen-Management kann zum wichtigen Wettbewerbsvorteil werden.
Foto: © StockSnap/Pixabay

In seinem Buch legt er dar, dass sich Generationen-Management positiv auf die Arbeitgebermarke auswirkt. Denn, so seine These, Individualisierung der Arbeitsbedingungen und persönliche Wertschätzung werden zu zentralen Attraktivitätsfaktoren von Arbeitgebern. Die Fähigkeit zum Management von Mehrgenerationen-Belegschaften werde zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil für Unternehmen, so Prof. Dr. Martin Klaffke.

Umsetzung von Generationen-Management

Wertvolle Hinweise, wie das Generationen-Management in ein ganzheitliches Personalmanagement integriert werden kann, gibt eine vierteilige Reihe im Online-Portal der Verwaltung der Zukunft VdZ.org mit dem Titel "Wie Demografie und Digitalisierung das Personalmanagement verändern".

Die Herausforderung sehen die Autorinnen Dr. Beatrix Behrens, Bereichsleiterin für Organisationsmanagement in der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit, und Dr. Carolin Eitner, Human Resources Management bei der Thyssenkrupp Steel Europe AG, darin, die Mitarbeitenden möglichst so zu unterstützen, dass die Kompetenzen, die Gesundheit und das Engagement in jeder Lebensphase gefördert werden. Dabei sei auch die individuelle Berufs- und Lebensplanung ein bei der Personalentwicklung zu berücksichtigender Faktor, um Talente langfristig zu binden und auch die Potenziale Älterer zu nutzen.

"Kompass 50plus" unterstützt Unternehmen und Organisationen

Zum Empowerment der Generation 50plus beizutragen ist auch ein Anliegen des KWB-Projektes "Kompass 50plus", das vom Stifterverband und seiner Initiative "Wirkung Hoch 100" unterstützt wird. Dabei geht es um einen ganzheitlichen und sektorübergreifenden Ansatz, der eine Brücke zwischen Wirtschaft und Zivilgesellschaft schlägt. Im Fokus stehen Mitarbeitende in der zweiten Lebenshälfte.

Projektskizze von "Kompass 50plus"

In Unternehmen agiert "Kompass 50plus" nach der AGE-Formel: Awareness – Guidance – Empowerment. Mit einem Netz aus kompetenten Partnerinnen und Partnern aus Unternehmen und NGOs unterstützt das Projekt bei der Entwicklung von Maßnahmen für Mitarbeitende der Altersgruppe 50plus, initiiert Kooperationen und vermittelt Expertinnen sowie Experten aus dem Netzwerk des Projekts. Interessenten aus Unternehmen und der Zivilgesellschaft sind herzlich eingeladen, sich an der Bildung einer Community zu beteiligen, die sich für die Entfaltung der Potenziale Älterer in der spät- und nachberuflichen Phase einsetzt.

Impact of Diversity Award für das Metanetzwerk "Generation50plus"

Klaus-Peter-Mikulla von Beiersdorf, Susanne Sabisch-Schellhas von der KWB und Dr. Leonie Spiegel von Otto.
So sehen Gewinner/-innen aus: Klaus-Peter-Mikulla von Beiersdorf, Susanne Sabisch-Schellhas von der KWB und Dr. Leonie Koch von Otto.

 

Zusammen mehr erreichen – dafür haben sich das Projekt "Kompass 50plus" von ddn Hamburg und die Generationennetzwerke "#experienced" von OTTO sowie "Neue Generation 50plus" von Beiersdorf zum Metanetzwerk "Generation50plus" zusammengeschlossen. Für diese Netzwerkkooperation erhielten sie am 4. März im Rahmen der Impact-of-Diversity-Award-Verleihung den Sonderpreis "Collaborative Approach" in der Kategorie "Age Inclusion".

"Innerhalb der Kategorie 'Age Inclusion' sind wir auf eine Initiative aufmerksam geworden, die nicht nur durch ihren breiten Ansatz, sondern auch durch ihre kollaborative, unternehmensübergreifende Herangehensweise überzeugt. Es handelt sich dabei um ein nachahmenswertes Beispiel, das Kräfte und Know-how bündelt und Synergieeffekte nutzt – ganz nach dem Motto #strongertogether!", begründete die Jury ihre Wahl.

Coffee Break mit dem Metanetzwerk

Podcast "O-Ton"
Im Podcast "O-Ton" der OTTO GmbH & Co KG stellen Dr. Leonie Koch und Klaus-Peter Mikulla ihre Generationennetzwerke vor. Hören Sie doch mal rein!

Die Möglichkeit zum Kennenlernen, Teilhaben und Vernetzen bietet die virtuelle Veranstaltung "Coffee Break 50plus", die das Metanetzwerk "Generation50plus" an jedem erstem Montag im Monat von 15:00 Uhr bis 16:00 Uhr anbietet. In lockerer Runde treffen sich Unternehmens- und Organisationsvertreter/-innen, die sich für die Mitarbeitergruppe 50plus und für ein gutes Miteinander der Generationen einsetzen. Ziel ist es, sich gegenseitig zu unterstützen und voneinander zu lernen. Kurze Impulse aus dem Teilnehmerkreis leiten den Austausch ein. Beim nächsten Treffen am 12. April 2021 kommt der Impuls von Silke Jepsen, Senior Technical Consultant bei Xing.

"Übergangsgeschichten" im "Erzählsalon" von ddn

Das Thema 50plus steht auch beim nächsten "Erzählsalon" im Mittelpunkt, zu dem ddn Hamburg und das Demographie Netzwerk Berlin am 18. Mai 2021 von 15:00 Uhr bis 17:00 Uhr einladen. Unter dem Titel "Übergangsgeschichten – Wie ich meine (nach-)berufliche Karriere plan(t)e" erzählen Menschen, die an der Schwelle zum Rentenübergang stehen, ihre Geschichte. Sie berichten, was sie für ihre spät- und die nachberufliche Phase benötigen, was sie sich wünschen, was sie planen oder wie sie die Übergangsphase gemeistert haben.

Die Ideen sind vielfältig und machen Mut, diese Phase aktiv zu gestalten. Der Weg kann beispielsweise eine späte horizontale Karriere im Unternehmen sein, eine Weiterbeschäftigung nach dem Rentenübergang, Projektarbeit in einem Senior Pool, die Aufnahme einer neuen beruflichen Tätigkeit, ein Studium oder eine Weiterbildung. Die Zuhörenden tauschen sich anschließend über die Geschichten aus und werden dabei von der Salonnière Uta Sadowski-Lehmann, ddn Berlin, begleitet.

Interesse geweckt? Dann nehmen Sie teil!

Wenn Sie an einem Austausch über die praktische Umsetzung des Generationen-Managements in Unternehmen und Organisationen interessiert sind, dann sind Sie bei den Veranstaltungen zum Thema 50plus herzlich willkommen.

► Coffee Break 50plus

An jedem erstem Montag im Monat von 15:00 Uhr bis 16:00 Uhr findet der virtuelle Coffee Break 50plus statt. Weitere Informationen finden Sie hier.

► Erzählsalon "Übergangsgeschichten – Wie ich meine (nach-)berufliche Karriere plan(t)e"

Am 18. Mai 2021 von 15:00 Uhr bis 17:00 Uhr findet der virtuelle "Erzählsalon" mit dem Titel "Übergangsgeschichten – Wie ich meine (nach-)berufliche Karriere plan(t)e" statt.

Die Teilnahme an den Veranstaltungen ist kostenfrei. Anmeldungen bitte an ddn-Projektleiterin Susanne Sabisch-Schellhas per E-Mail (susanne.schellhas@kwb.de) oder telefonisch unter 040 334241-415.

 

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Kontakt

Susanne Sabisch-Schellhas
Tel.: 040 334241-415

Sandra Hinrichs
Tel.: 040 334241-420

Janna Bischoff   
Tel.: 040 334241-461


    Fachkräfte für Hamburg      

                                        
Die Netzwerkstelle "Demographie Netzwerk Hamburg" wird im Rahmen des Projekts "Fachkräfte für Hamburg" von der Behörde für Arbeit, Gesundheit, Soziales, Familie und Integration der Freien und Hansestadt Hamburg finanziert und durch das Aktionsbündnis für Bildung und Beschäftigung Hamburg – Hamburger Fachkräftenetzwerk unterstützt.