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Wie können Führungskräfte Hoffnung und Vertrauen vermitteln?

Hoffnung und Vertrauen sind die wichtigsten Botschaften, die sich Mitarbeitende von ihren Führungskräften erhoffen. Laut der Gallup-Studie "Global Leadership Report: What Followers want" von 2025 gaben weltweit rund 80 Prozent der Menschen an, dass sich diese beiden Führungseigenschaften am positivsten auf ihren Lebens- und Arbeitsalltag auswirken. Doch wie können Führungskräfte das leisten, wenn sie sich selbst in einer Welt voller Unsicherheiten bewegen? Jana Hornberger, Coachin und Organisationsentwicklerin, die den WOMENOMICS-Workshop "Zukunftskompass: Was braucht Führung in einer turbulenten Welt?" am 18. und 19. Juni 2026 leitet, hat Antworten.

Foto von Jana Hornberger Foto von Jana Hornberger
Jana Hornberger, Coachin und Organisationsentwicklerin

Die Welt ist in Bewegung, wir können auch sagen turbulent. "Turbulent" beschreibt Situationen, die unruhig, stürmisch oder voller Wirbel sind. Es bedeutet oft eine Mischung aus hoher Aktivität, Lärm und Unordnung. Lange kannte man "Turbulenzen" nur als chaotische Luftströmungen, die man in erster Linie vom Flugzeugfliegen erlebte. Nun begegnen einem diese Verwirbelungen fast auf Schritt und Tritt. Klimakrise, Kriege, Konkurrenz und Machtübernahme durch Künstliche Intelligenz sowie die permanent geforderte Anpassungsfähigkeit des Einzelnen. Das ist möglicherweise einer der Gründe, warum wir uns häufig müde und erschöpft fühlen. Kraftlos geht uns teilweise auch die Motivation verloren. Was können Führungskräfte tun, um Hoffnung und Vertrauen zu vermitteln sowie Engagement und unternehmerischen Erfolg zu fördern?

Liebe Jana, was ist die eigentliche Herausforderung in turbulenten Zeiten?

Jana Hornberger: Die eigene innere Zentrierung nicht zu verlieren, ist für mich die eigentliche Herausforderung in turbulenten Zeiten. Die gesellschaftliche Stimmung ist gerade angespannt – zumindest suggerieren das die Medien. Wenn ich mich persönlich damit zu viel beschäftige, dann bekomme ich das Gefühl, dass alles hoffnungslos ist.

Wenn ich mich in meinem direkten Umfeld umblicke, ist da jedoch ganz viel Positives und Menschen, die etwas zum Besseren bewegen möchten.

Diese beiden Eindrücke erzeugen in mir Ambivalenz und Verwirrung. Ich muss immer wieder innerlich ausloten, wohin ich meinen Fokus legen möchte.

Wie kommt es dazu, dass Hoffnung bei der Umfrage an erster Stelle steht?

Jana Hornberger: Es ist ein Ausdruck der Verunsicherung, die wir kollektiv erleben. Wir suchen nach einem sinnvollen Umgang damit.

Ist Hoffnung geben denn wirklich eine der Leadership-Kompetenzen?

Jana Hornberger: Hoffnung aktiv zu gestalten ist meiner Meinung nach eine ebenso wichtige Leadership-Kompetenz wie Ambiguitätstoleranz. Ich glaube, dass das eine ohne das andere nicht funktioniert. Es braucht eine Anerkennung von dem „was ist“ – egal wie beängstigend oder bedrohlich mir das vorkommt. Wenn ich all diese Gefühle ignoriere und mir nicht erlaube zu fühlen, dann führt dies zu Realitätsverweigerung.

Es geht um die Frage und Erforschung davon, wie ich und wir als Menschen all die unterschiedlichen Realitäten anerkennen und dennoch hoffnungsvoll bleiben können. Das ist innerliche und sehr emotionale Arbeit.

Wie können Führungskräfte Vertrauen und Sicherheit vermitteln, wenn sie es möglicherweise selbst suchen?

Jana Hornberger: Sie können die eigene Suche transparent machen, sich selbst vulnerabel zeigen und eigene Herausforderungen nicht verstecken. Wenn Führungskräften das gelingt und es Teil unserer Arbeitskultur wird, dann werden wir alle authentischer.

Ich glaube nicht daran, dass jemand immer alle Antworten hat oder sich immer sicher und souverän fühlt. Oftmals tun wir so, weil wir gesellschaftlich nicht gelernt haben, mit vermeintlicher Schwäche und Unsicherheit umzugehen. Dabei tragen wir alle diese Gefühle in uns und sie sind höchst menschlich.

Wenn wir diese Ambivalenz in uns anerkennen und eine Sprache finden, uns damit authentisch und dennoch professionell zu zeigen, dann schafft das Vertrauen.

Was können die Teilnehmenden in Deinem Workshop "Zukunftskompass: Was braucht Führung in einer turbulenten Welt?"  lernen?

Jana Hornberger: In dem Workshop werden wir gemeinsam ergründen und ausprobieren, wie eine menschliche, empathische Führungspraxis aussehen kann und was dies für die eigene Persönlichkeitsentwicklung bedeutet.

Wir beschäftigen uns mit Methoden und Impulsen aus der Persönlichkeitsentwicklung wie beispielsweise das Arbeit mit inneren Anteilen, der Auseinandersetzung mit den eigenen Unsicherheiten und der Frage, wie Ambiguität professionell in die Rolle als Führungskraft einfließen kann.

Die Führungskräfte erarbeiten sich eine innere Zentrierung und können ihren Mitarbeitenden so auch besser ein Gefühl der Hoffnung und des Vertrauens vermitteln.

Herzlichen Dank für das Interview, liebe Jana. Wir freuen uns auf Deinen Workshop im Juni.

Workshop in Präsenz

Zukunftskompass:
Was braucht Führung in einer turbulenten Welt?

Donnerstag, 18. Juni 2026 von 14:00 Uhr bis 18:00 Uhr,
und
Freitag, 19. Juni 2026 von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr.

Präsenzveranstaltung
KWB Management GmbH
Haus der Wirtschaft
Kapstadtring 10,
22297 Hamburg

Kosten: 998,- € inkl. MwSt.


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