In unserer Coffee Break 50+ sind wir aber weit darüber hinaus gegangen und haben die Diskurslandschaft betrachtet – gesellschaftlich wie politisch. Jörg hatte eingangs einen Überblick gegeben über die Altersstruktur, die sozialrechtlichen Bedingungen für Altersgrenzen (Pensionierung) und die ökonomischen Besonderheiten mit den vielen Kleinstunternehmen Österreichs skizziert. Die Frage ist jedoch, warum die öffentliche Wahrnehmung der sehr unterschiedlichen und vielfältigen Gruppierungen 50+ in Medien, Wirtschaft und Politik noch immer unzureichend ist.
Eine mediale Flaute konstatierten Ulrike und Jörg, selbst wenn in hochkarätigen Rahmen die a.g.e-Awards (a.g.e. = alter gemeinsam erleben) überreicht werden – so im November 2025 an "Wir BestAger", die in der Kategorie gesellschaftliche Wirkung ausgezeichnet wurden. Während diese neu erworbene Sichtbarkeit in der Zielgruppe große Resonanz fand, so reicht das nicht aus, die Bestager-Gruppierungen aus der medialen und ökonomischen Grauzone zu holen. Das war eine der brennenden Fragen im Gespräch, um ihre Potenziale am Arbeitsmarkt als wertvolle Ressourcen und Schatzkisten voller Kompetenzen nicht nur zu erkennen, sondern auch wirklich zu nutzen.
Weitere Fragen kreisten darum, wie die Größe, Altersstrukturen und Entscheidungs-Genderverteilung von Firmen Einfluss haben auf Rekrutierung Älterer, welche davon offener sind für Recruiting und Einstellung von erfahrenen Professionals. Und wie insbesondere die Recruitingbereiche und – noch zentraler – die Entscheidenden für Einstellungen besser erreicht werden können, um Skill-, aber nicht Altersmaßstäbe anzulegen.