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Gefühle im Arbeitsalltag:
Störfaktor oder Schlüssel zum Erfolg?

Foto: Zufriedene rothaarige Geschäftsfrau, die sich nach der Arbeit ausruht und im Büro tagträumt. Es gibt Menschen im Hintergrund. Foto: Zufriedene rothaarige Geschäftsfrau, die sich nach der Arbeit ausruht und im Büro tagträumt. Es gibt Menschen im Hintergrund.
Gefühle am Arbeitsplatz können sich auf Motivation, Kreativität und soziale Bindung auswirken. Foto: Freepik/Drazen Zigic

Emotionen begleiten uns überall – auch im Büro. Dennoch hält sich hartnäckig die Vorstellung, dass Gefühle im Arbeitskontext hinderlich seien. Wer wütend, beschämt oder gekränkt ist, gilt schnell als unprofessionell. Tatsächlich können überbordende Emotionen die Handlungsfähigkeit und Effizienz beeinträchtigen. Doch die Forschung zeigt: Gefühle sind nicht nur unvermeidbar, sondern auch essenziell für Motivation, Kreativität und soziale Bindung.

Im Business Talk von WOMENOMICS und dem Expertinnen-Netz. Mentoring für Frauen setzen sich die Teilnehmerinnen anhand von Impulsen, Reflexion und Austausch mit dem Thema "Gefühle in der Arbeitswelt" auseinander.

Warum Emotionen nicht "abgeschaltet" werden können

Psychologische Studien belegen, dass Emotionen unser Denken, Entscheiden und Handeln steuern. Sie sind kein "Störsignal", sondern ein inneres Navigationssystem, das uns auf Bedürfnisse und Werte hinweist. Selbst wenn Unternehmen eine Kultur der "Sachlichkeit" propagieren, bleiben Gefühle präsent – oft unterschwellig. Wer sie ignoriert, riskiert emotionale Dissonanz, die langfristig zu Stress und Burnout führen kann. Auch Wut und Frustration sind nicht immer destruktiv. Eine aktuelle Studie der Universität Hohenheim macht deutlich: Wenn Ärger konstruktiv geäußert wird, kann er Konflikte klären und Prozesse verbessern.

Fakten aus der Forschung

+12 % Produktivität bei Mitarbeitenden mit hoher Arbeitszufriedenheit
(Judge et al., 2001).

Stress kostet Unternehmen Milliarden: Laut WHO entstehen jährlich über 1 Billion US-Dollar Verlust durch stressbedingte Produktivitätseinbußen.

Emotionale Intelligenz wirkt: Führungskräfte mit hoher EI reduzieren Konflikte und steigern die Teamleistung signifikant (Schütte, 2024).

Foto: Kreative Geschäftsfrau mit Kopfhörern sieht gestresst aus und regt sich gegenüber ihrer Kollegin auf. Foto: Kreative Geschäftsfrau mit Kopfhörern sieht gestresst aus und regt sich gegenüber ihrer Kollegin auf.
Werden Gefühle zu lange unterdrückt, kann daraus Stress entstehen. Foto: Freepik/Drazen Zigic

Die Bewertung von Gefühlen variiert stark

In der protestantischen Leistungsethik, mit deren Glaubenssätze viele von uns aufgewachsen sind, werden Emotionen traditionell als störend empfunden, weil sie die rationale Effizienz gefährden. In sozialen Berufen gibt es mehr Akzeptanz – Pflege, Pädagogik oder Beratung erfordern Empathie und "Emotionsarbeit" – der bewussten Steuerung eigener und fremder Gefühle als Teil der professionellen Rolle.

Emotionale Intelligenz als Erfolgsfaktor

Egal in welcher Branche: Unternehmen, die emotionale Intelligenz fördern, profitieren von höherer Mitarbeiterzufriedenheit und Innovationskraft. Eine globale Studie von Harvard Business Review zeigt, dass emotionale Intelligenz zunehmend als Schlüsselkompetenz gilt – weit mehr als ein "Soft Skill".

Wie aber gelingt es in den unterschiedlichen Branchen, Gefühle als wichtige Wegweiser, Alarmsignale oder als Zeichen von Lebendigkeit wahrzunehmen und sie zu nutzen, um unser Arbeitsleben sinnstiftend und erfolgreich zu gestalten?

Gefühle sind kein Luxus, sondern eine Ressource

Gefühle geben Orientierung, fördern Sinnhaftigkeit und stärken soziale Beziehungen. Die Herausforderung liegt nicht darin, Emotionen aus dem Arbeitsalltag zu verbannen, sondern sie bewusst zu integrieren. Wer Emotionen benennen kann und als Wegweiser nutzt, gestaltet Arbeit nicht nur effizienter, sondern auch menschlicher.

Praktische Ansätze für den Umgang mit Emotionen

Selbstreflexion: Gefühle wahrnehmen und benennen, statt sie zu verdrängen.

Regulation statt Unterdrückung: Strategien wie kognitive Neubewertung oder Achtsamkeit helfen, Emotionen zu steuern, ohne sie zu ignorieren.

Offene Unternehmenskultur: Räume für Feedback und Austausch schaffen, in denen auch schwierige Gefühle thematisiert werden dürfen.

Führung mit Empathie: Studien zeigen, dass Führungskräfte, die emotionale Signale erkennen, die Produktivität und Bindung im Team stärken.

Prävention statt Reaktion: Angebote zur Stressbewältigung und Resilienz stärken nicht nur die Gesundheit, sondern auch die Bindung ans Unternehmen.


Business Talk für Frauen

Im nächsten Business Talk für Frauen* widmen sich Silke Potthast, Projektleitung von WOMENOMICS, und Rita Panesar, Projektleitung vom Expertinnen-Netz. Mentoring für Frauen, anhand von Impulsen, Reflexion und Austausch dem Thema "Gefühle in der Arbeitswelt".

BUSINESS TALK
Zu viel – zu wenig? Gefühle in der Arbeitswelt konstruktiv nutzen

Donnerstag, 29. Januar 2026
9:00 Uhr bis 11:00 Uhr

Präsenzveranstaltung
KWB e. V.
Haus der Wirtschaft
Kapstadtring 10, 22297 Hamburg

Das Angebot richtet sich an Frauen.

Workshop für Frauen

Über den Business Talk hinaus bietet Silke Potthast einen vertiefenden Workshop an. Durch Selbstreflexion finden die Teilnehmerinnen darin ein angemessenes Maß sowie einen konstruktiven Umgang mit den eigenen Gefühlen – aber auch mit denen anderer.

WORKSHOP FÜR FRAUEN
Gefühle in der Arbeitswelt konstruktiv nutzen

Freitag, 6. März 2026
9:00 Uhr bis 13:00 Uhr

Präsenzveranstaltung
KWB Management GmbH
Haus der Wirtschaft
Kapstadtring 10, 22297 Hamburg

Das Angebot richtet sich an Frauen.
Die Kosten des halbtägigen Workshops liegen bei 398,-€ inkl. Mehrwertsteuer.

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