Anne Gersdorff: Menschen, die selbst nicht behindert sind, können und müssen aktiv werden, indem sie zunächst aufmerksam werden für die vielen Formen von Ableismus, wie Ausschlüsse, Annahmen über Fähigkeiten oder Leistung eines Menschen oder Sprache, die Menschen auf ihre Behinderung reduziert.
Konkret können sie:
Zuhören und lernen: Behinderte Menschen selbst zu Wort kommen lassen und deren Erfahrungen ernst nehmen.
Sprache reflektieren: Begriffe wie "hilfsbedürftig" oder "normal" hinterfragen und inklusive Formulierungen wählen.
Barrieren benennen, um strukturelle Hindernisse sichtbar zu machen und abzubauen.
Entscheidungen prüfen und den Status quo in Frage stellen, z. B. bei der Planung von Arbeit, Veranstaltungen oder Projekten und aktiv Inklusion berücksichtigen.
Eigenes Verhalten hinterfragen: Eigene Vorannahmen, Routinen und Privilegien erkennen und anpassen.
Das Ziel ist nicht, "perfekt" zu handeln, sondern kontinuierlich bewusst zu handeln und Strukturen, die ausschließen, kritisch zu hinterfragen. So kann jede Person zu Veränderungen und einer weniger ableistischen Gesellschaft beitragen.