Resilienz ist weit mehr als eine persönliche Kompetenz. Sie entwickelt sich in einem gesellschaftlichen Kontext, der noch immer von ungleich verteilter Care-Arbeit, geschlechtsspezifischen Erwartungen und strukturellen Hürden geprägt ist.
Viele Frauen bewegen sich zwischen beruflicher Verantwortung, familiären Aufgaben, persönlicher Entwicklung und dem Anspruch, den unterschiedlichen Anforderungen in allen Lebensbereichen gerecht zu werden. Hinzu kommen Lebensübergänge wie der Berufseinstieg, die Übernahme von Führungsverantwortung, Veränderungen im Familiensystem, berufliche Neuorientierungen oder der Wiedereinstieg nach Elternzeit, Krankheiten oder Arbeitslosigkeit in den Beruf. In solchen Phasen geraten die eigenen Bedürfnisse oft in den Hintergrund.
Umso wichtiger ist es, die eigenen Ressourcen wahrzunehmen und zu stärken. Gleichzeitig macht ein feministischer Blick auf Resilienz deutlich: Es kann nicht allein die Aufgabe der Einzelnen sein, Belastungen zu bewältigen. Resilienz braucht auch unterstützende Strukturen, faire Rahmenbedingungen und Räume, in denen Frauen sich gegenseitig stärken und vernetzen können.